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Andrea Nahles: Arbeit und Familie

Andrea Nahles: Arbeit und Familie

Karriere und Kinder unter einen Hut zu bekommen – vor welche Herausforderungen das Frauen stellt, weiß Andrea Nahles aus eigener Erfahrung. Als Bundesministerin für Arbeit und Soziales und Mutter einer vierjährigen Tochter kennt die SPD-Politikerin die Ungleichheiten, denen Frauen im Berufsleben immer noch ausgesetzt sind, und engagiert sich für Chancengleichheit. Zu ihren großen politischen Erfolgen zählt die Einführung des Mindestlohns.

Andrea Nahles hat sich einmal selbst als „katholisches Mädchen vom Lande“ bezeichnet. Geboren wird sie 1970 als Tochter eines Maurermeisters in Mending, einem Städtchen im rheinlandpfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz. Bereits als 18-jährige Gymnasiastin tritt sie in die SPD ein, gründet 1989 einen Ortsverein der Partei und ist mehrere Jahre lang Vorsitzende des Juso-Unterbezirks Mayen-Koblenz.

Glaube und Heimat als persönliches Fundament

Von halben Sachen hält sie schon damals nichts. In der Abizeitung ihrer Schule nennt Andrea Nahles als Berufswunsch: „Hausfrau oder Bundeskanzlerin“. Ihr Interesse an der Politik fußt auf der kirchlichen Jugendarbeitet, die Katholikin ist dort erstmals mit vielen Themen in Berührung gekommen. Den Glauben bezeichnet sie als ihr „Rückgrat“, weitere Grundpfeiler in ihrem Leben sind die Familie und ihre dörfliche Heimat. Sie wohnt heute noch auf dem Bauernhof, auf dem schon ihre Urgroßeltern gelebt haben, und pendelt zwischen Berlin und der Provinz.

Karriere in der SPD

Ihre Bodenständigkeit hält Andrea Nahles nicht davon ab, als Politikerin zielstrebig Karriere zu machen. Von 1993 bis 1995 ist sie Vorsitzende der Jusos in Rheinland-Pfalz, 1995 wird sie Bundesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation. 1997 rückt sie in den SPD-Parteivorstand auf, dem Präsidium der SPD gehört sie seit 2003 an. Dass sie knallhart sein kann, beweist sie 2005. Nahles düpiert den damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, als sie bei der Nominierung des neuen Generalsekretärs gegen dessen Kandidaten antritt und die Kampfabstimmung für sich entscheidet. Auf die Kandidatur zur Generalsekretärin verzichtet sie dann allerdings, nichts desto trotz hat sie für reichlich Verstimmung innerhalb der SPD gesorgt.

Der Sprung in die oberste Führungsspitze der SPD erfolgt 2007. Andrea Nahles wird auf dem SPD-Parteitag zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt, 2009 wird sie zudem Generalsekretärin und bestimmt seither die Geschicke der SPD maßgeblich mit. Das Amt hat sie bis zu ihrer Berufung zur Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ende 2013 inne.

Kämpferin für Chancengleichheit und Gerechtigkeit

Als Bundesministerin kämpft sie erfolgreich für die Einführung des Mindestlohns, außerdem hat sie sich insbesondere Frauenpolitik auf die Fahne geschrieben. Dass Frauen in manchen Berufen weniger verdienen als Männer – für die SPD-Linke ein Unding. Andrea Nahles setzt sich aktiv für eine Frauenquote in Aufsichtsräten von großen Unternehmen ein. Sie erhofft sich davon einen „Kulturwandel“ in der Wirtschaft und damit verbunden eine stetige Reduzierung der Unterschiede bei den Gehältern.

Ebenfalls ganz oben auf ihrer politischen Agenda stehen der Ausbau der Kinderbetreuung und der Partnerschaftlichkeit in Familien. Männern will sie es ermöglichen, eine größere Rolle bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder einzunehmen. Und Frauen möchte sie es erleichtern, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Wie schwierig das mitunter ist, erlebt sie regelmäßig am eigenen Leibe – wenn der Politikbetrieb in Berlin ruft und Andrea Nahles arbeitsreiche Tage fern ihrer Familie bevorstehen.

Foto: By Martin Rulsch, Wikimedia Commons (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons