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Angela Merkel: Die deutsch-deutsche Kanzlerin

Angela Merkel: Die deutsch-deutsche Kanzlerin

80,9 Millionen Einwohner, 16 Bundesländer, die größte Volkswirtschaft im EU-Land, drittgrößte Export- und Importnation: Deutschland ist ein Land, das mit Weitsichtigkeit und Souveränität gelenkt werden will – national und international. Seit mehr zehn Jahren steuert Angela Merkel als Bundeskanzlerin die Geschicke des Landes.

Akademische und politische Karriere

Der Lebenslauf von Angela Merkel ist schon von früh an von Wandel geprägt: Gleich nach ihrer Geburt 1954 in Hamburg ziehen ihre Eltern mit ihr in die damalige DDR, wo der Vater, ein Theologe, eine Pfarrstelle übernahm. Nach ihrer Schulzeit in Templin, wo sie durch besonders gute Leistungen in Russisch und Mathematik auffiel, studierte Angela Merkel in Leipzig an der Akademie der Wissenschaften Physik. Nach Erlangung des Diploms 1978 forschte sie an der Akademie, wo sie im Jahr 1986 erfolgreich zum Dr. rer. nat. promoviert. Im Zuge der friedlichen Revolution im Herbst 1989 engagierte sich Angela Merkel seit 1990 beim „demokratischen Aufbruch“ – und bildet damit den Grundstein für ihre zweite, politische Karriere: Zuerst als Pressesprecherin des „Aufbruchs“, später als stellvertretende Regierungssprecherin der DDR-Regierung unter Lothar de Maizière. Gleichzeitig bewirbt sie sich um einen Sitz im Deutschen Bundestag und gewinnt bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl im Dezember 1990 einen ostdeutschen Wahlkreis für die CDU. Die weiteren Stationen ihrer Karriere sind bekannt: Unter der Obhut von Helmut Kohl wird 36-jährige Angela Merkel 1991 zunächst Bundesministerin für Frauen und Jugend, 1994 Bundesumweltministerin und 1998 Generalsekretärin der CDU. Nach dem Parteivorsitz im Jahr 2000 folgt 2002 das Amt als Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Im September 2005 schließlich gelingt ihr der große Coup: Sie entthront als Kanzlerkandidatin der Union den damaligen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Schwerpunktthemen: Familie, Gleichberechtigung und Internationales

Schon früh zeigt sich in der Karriere der Politikerin Merkel ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau und Familienförderung: In ihrer Amtszeit als Bundesministerin für Frauen und Jugend fällt das Gleichberechtigungsgesetz, das die berufliche Situation der Frauen verbessert, ebenso wie der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Überhaupt hat die Kanzlerin bis heute die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fest im Fokus: Dazu gehören flexible Arbeitsmodelle ebenso wie eine optimierte frühkindliche Bildung, die Elternzeit für Mütter und Väter gleichermaßen und Ganztagsschulangebote. Als Bundeskanzlerin – zu der sie im Oktober 2009 erneut gewählt wird – überzeugt sie auch auf dem internationalen Parkett: So etwa als Ausrichterin des Gipfels zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge in Berlin im Jahr 2007 oder beim G8-Gipfel im Seebad Heiligendamm an der Ostsee. Als Bundeskanzlerin muss Angela Merkel in ihrer Amtszeit gleich mehrere komplexe Themen, Krisen und Problematiken bewältigen: Dazu gehören die Banken- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 ebenso wie der Kampf um eine stabile Eurowährung, mehr Haushaltsdisziplin, Anreize für neues Wachstum, die Energiewende nach Fukushima und die Krise im Kaukasus. Dabei zeigt Kanzlerin Merkel neben einem professionellen Umgang mit den Medien und der Opposition durchaus auch so etwas wie Volksnähe. So ist sie häufig bei Spielen der deutschen Fußball-Nationalelf zu Gast, zumal sie diese Sportart für einen „echten Motor der Integration“ hält, oder sie initiiert den „Dialog über Deutschlands Zukunft“ bei dem die Bürger Regierungspolitik online mitgestalten können. Vielleicht sind es Aktivitäten wie diese, die dazu beigetragen haben, dass Angela Merkel auch im Jahr 2013 wieder Kanzlerin der großen Koalition wurde.

 
Foto: By Tobias Koch (OTRS) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons