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Eine Stimme für die Unternehmerinnen

Eine Stimme für die Unternehmerinnen

Echte Chancengleichheit gibt es nicht in der Berufswelt, davon ist Stephanie Bschorr überzeugt. Aber dennoch kann frau sich durchsetzen – so wie sie es getan hat, als Juristin, als Unternehmerin und als Verbandspräsidentin, die für 1600 Unternehmerinnen spricht.

Erfolgreich als Unternehmerin

Stephanie Bschorr hat sich in einer klassischen Männerbranche durchgesetzt. Sie begann 1992 als Justitiarin bei HTG, einer Wirtschaftsprüfungs- und Rechtsberatungsgesellschaft in Berlin mit über 80 Mitarbeitern. Heute ist sie eine von drei geschäftsführenden Gesellschaftern. Das Unternehmen bietet Steuer- und Rechtsberatung aus einer Hand, Bschorr fokussierte das Unternehmen insbesondere auf internationale Fragen, erwarb dafür einen Zusatzabschluss in internationalem Steuerrecht und baute so ein Alleinstellungsmerkmal für die Kanzlei auf.

In den meisten Wirtschaftsführungsgesellschaften und großen Anwaltskanzleien sind die Berater, Partner und Gesellschafter männlich. Im eigenen Unternehmen achtet Stephanie Bschorr auf Ausgeglichenheit: Die Hälfte der Berater sind Rechtsanwältinnen und Wirtschaftsprüferinnen; und sie hat mit ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Rückkehrquote von 100 Prozent aus der Elternzeit erreicht. „Mehr Flexibilität im Unternehmen kommt nicht von allein“, lautet ihre Einstellung.

Präsidentin des Unternehmerinnenverbands

Seit 2012 ist Stephanie Bschorr Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen VdU. Sie spricht für 1.600 Unternehmerinnen, vertritt die Interessen von Frauen in der Wirtschaft gegenüber Politik und Verbänden. „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, das große Potential der Unternehmerinnen in Deutschland weiter sichtbar zu machen, mich für die Interessen der Unternehmerinnen in Deutschland einzusetzen und unser Netzwerk weiter zu stärken“, fasst sie ihre Motive zusammen.

Was machen Frauen anders als Unternehmerinnen, als Verantwortliche in Betrieben und Konzernen? Der VdU setzt auf handfeste Zahlen. Bschorr startete vor einigen Jahren eine Verbandsumfrage, die dies Jahr für Jahr unter die Lupe nimmt. So entsteht ein faszinierendes Bild, wie Frauen in Führungspositionen agieren – was ihre Einschätzungen und Pläne sind.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht ganz oben auf der Agenda – sowohl des Verbands als auch der Unternehmerinnen. Das hat die Unternehmerinnenumfrage 2015 unter dem Titel „Zukunftsperspektive“ ergeben. Dazu sagt Stephanie Bschorr: „Unternehmerinnen packen Zukunftsthemen offensiv an und wappnen sich gegen den Fachkräftemangel, das zeigen die Investitionen in Weiterbildung und Maßnahmen zur Work-Life-Balance deutlich. Beim Thema Wiedereinstieg werden jedoch noch zu viele Chancen verschenkt.“

Unternehmerinnen sind aktiv im Ringen um die besten Talente, sind kreativ, wenn es darum geht, Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden und Mitarbeiterinnen flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. Gegenüber Wiedereinsteigerinnen sind sie allerdings ebenso wie die Gruppe der Entscheider in mittelständischen Unternehmen (noch) zurückhaltend – sie befürchten großen Schulungsbedarf.

Karriere und Familie vereinbaren

Stephanie Bschorr kennt den Spagat zwischen Karriere und Familie aus eigener Erfahrung. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen; als diese klein waren, hat sie sich die Betreuung mit einer Gruppe von Frauen geteilt und ihre Arbeit als Geschäftsführerinnen in Teilzeit gestemmt. Seitdem hat sich einiges verändert in Deutschland: Das Arbeitsumfeld hat sich in vielen großen Unternehmen für Menschen mit Familie verbessert, vielerorts werden Frauen in ihrer Karriere gefördert, die Politik hat endlich eine Quote für Aufsichtsräte beschlossen. Dennoch ist Stephanie Bschorr von ganzem Herzen Unternehmerin und ermuntert Frauen, es ihr gleich zu tun. Denn auch wenn ein Arbeitgeber flexibel ist: „Das eigene Unternehmen ist flexibler!“

Bild: http://www.vdu.de/presse/bilderservice